Galerie im Höchhuus


Galerie im Höchhus, Seestrasse 123, 8700 Küsnacht

«Wildnis» - Ausstellung von Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule KÜsnacht

Galerie im Höchhuus Küsnacht, 9. – 23. November 2018

Küsnacht hat eine Kantonsschule und Küsnacht betreibt eine Kunstgalerie im Höchhuus. Nun verbinden sich die beiden Institutionen zu einem einmaligen Ausstellungsprojekt. «Wildnis» lautet das Thema der Ausstellung, die vielfältige künstlerische Arbeiten zeigt, die im Fach «Bildnerisches Gestalten» an der Kantonsschule Küsnacht entstanden sind, einer Schule mit jahrzentelanger musischer Tradition.

Wildnis beginnt da, wo die menschliche Kontrolle aufhört. Wildnis ist, wo es wuchert, sprudelt und zischt, wo ungezähmte Wesen leben. Im Fach «Bildnerisches Gestalten» unternahmen Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Küsnacht eine künstlerische Expedition in solch wilde, unwegsame Welten. Sie entdeckten, dass Wildnis ein Lebensraum, aber auch ein Gegenentwurf zur zivilisatorischen Ordnung sein kann, dass sie in der eigenen Seele schlummert oder sich als Lebens- oder gar Sehnsuchtsgefühl zeigt. Ihre Entdeckungen setzten die  jugendlichen Kunstschaffenden äusserst vielfältig in Malerei, Zeichnung, Objekten, Fotografien, Filmen, Performances und Poetry Slam um. Die Kreativität und die gestalterische Qualität sind beeindruckend.

Tiere erfinden, Verwilderung erleben
Die jüngsten Ausstellenden der ersten Klassen unternahmen eine Entdeckungsreise in ein fremdes fiktives Land. Sie erfanden wilde, mit bizarren und unglaublichen Fähigkeiten ausgestattete Tiere in wundersamen Landschaften, die sie zeichnerisch, fotografisch oder als dreidimensionale Objekte gestalteten. Andere Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit der Vorstellung, jahrelang wie das bekannte «Wolfskind von Aveyron» ausgesetzt im Wald zu leben. Künstlerisch wurde ausgelotet, wie sich die Verwilderung manifestiert, wie sie sich anfühlt, wie sich dabei Körper und Seele verändern. Das Gips-Holzobjekt «Körpermutation» einer Fünftklässlerin bringt mit simplen Materialien und abstrakter Formensprache Wünsche, Ängste und Gefühle des Mangels, die jenseits der Zivilisation aufkommen, zum Ausdruck.

Der Wildnis filmisch auf der Spur
Drei Klassen näherten sich dem Thema in Form von Filmen. Während einer Arbeitswoche suchten Viertklässler im nahegelegenen Wald nach inspirierenden Naturobjekten und verarbeiteten sie zu surrealen Wesen, die im Laufe der Woche zu Hauptdarstellern in selbst gedrehten, experimentellen Stopmotionfilmen wurden. Im Projekt «Wildnis auf der leeren Fläche» erschuf sich eine fünfte Klasse durch Malen und Kleben in einem freien, regellosen Prozess auf leeren Malgründen eigene wilde Welten. Die Aktionen wurden stetig fotografiert und daraus Filme im Zeitraffer erstellt, die vom künstlerischen Geschehen berichten.

In einem Zeichentrickfilm der Klassen 1abc werden Tiersilhouetten Leben eingehaucht. Es finden überraschende Begegnungen zwischen den Spezies statt. Dabei wird geliebäugelt, um Futter gerungen, Reviere werden verteidigt.

Wildnis im Kopf oder «the wilderness strikes back»
Unter dem Motto “Wildnis im Kopf» entwarf eine weitere Schülergruppe Gegenentwürfe zum geordneten Lauf der Dinge. Dabei entstand in der Klasse 5d die Arbeit einer Schülerin, die eindrucksvoll einen Tumult unbeantworteter Fragen darstellt. Diese eigene «innere Wildnis» visualisiert sie mit expressivem Pinselstrich und schwarzer Zeichnung als undurchdringliche Welt voller rätselhafter Zeichen. «Aufbrechen und Ausbreiten» lautet ein weiterer Projekttitel. Die Werke zeigen, wie von Menschen geschaffene Orte von der Wildnis zurückerobert werden. Eine Jugendliche zeichnete einen kurzen Animationsfilm, der zeigt, wie Wände eines Galerienraums einbrechen und Pflanzen die Deckenleuchten überwuchern. Dieser könnte als geistreiches Fazit des gesamten Ausstellungsprojekts betrachtet werden, denn mit der Kanti Küsnacht bricht Wildheit ins mittelalterliche Gemäuer des Höchhuus’ ein. Entstanden ist eine Ausstellung voller Experimentierlust, ein erfrischender Gegenentwurf zum gewohnten Lauf des Galeriebetriebs.

Eckdaten der Ausstellung «Wildnis» in der Galerie im Höchhuus in Küsnacht

  • Vernissage Freitag, 9. November 2018, 17.30 Uhr /Performance ab 18.00-18.30 Uhr
  • Finissage Freitag, 23. November 2018, 17.30 Uhr / Poetry Slam ab 18.00-18.30 Uhr
  • Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 17-20 Uhr / Samstag 11-17 Uhr

Galerie im Höchhuus, Seestrasse 123, 8700 Küsnacht

Weitere Informationen

  • Reto Jäger, Kantonsschule Küsnacht, Fachschaft Bildnerisches Gestalten, reto.jaeger@kkn.ch / 078 882 17 90
  • Arian Zeller, Galerie im Höchhuus, arian.zeller@bluewin.ch / 076 374 18 64
  • Rebecca Gericke, Medienkontakt, r.gericke@sunrise.ch / 076 432 00 88
  • Adresse: Galerie im Höchhuus Küsnacht, Seestrasse 123, 8700 Küsnacht

 

 

Schüler der Klasse 1 abc, Zeichentrickfilm 1, 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

Schülerin der Klasse 5d, Wildnis im Kopf, Malerei und Zeichnung, 2018

 

 
     

 

 

 

Mehr zum Programm

Galerie im Höchhuus Küsnacht

 Galerie Höchhuus KüsnachtDie Galerie im Höchhuus bietet Kunstschaffenden aus der Region die Möglichkeit, in ihren historischen Räumen auszustellen. Ein ehrenamtlich wirkendes Team organisiert jährlich 4 – 6 Ausstellungen zeitgenössischer Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Das Programm wird auf Grund von Werkproben der interessierten Künstlerinnen und Künstler zusammengestellt.

Das Höchhuus war ursprünglich ein Doppelwohnturm. Seine ältesten Teile datieren aus dem Jahr 1267. Nach 1515 erhielt es seine heutige Gestalt mit dem Aufbau des Riegelwerkes, dem Walmdach und dem seeseitigen Anbau. Ende der sechziger Jahre sollte es der Verkehrsplanung zum Opfer fallen. Zur Rettung des historischen Gebäudes formierte sich eine Stiftung, welche mit Hilfe von Bund, Kanton, Gemeinde und privaten Spendern das Haus renovierte und unter Schutz stellen liess. Die Gemeinde Küsnacht mietet das Höchhuus und stellt es für kulturelle Zwecke zur Verfügung.