Galerie im Höchhuus


Galerie im Höchhus, Seestrasse 123, 8700 Küsnacht

Unterwegs mit KÜnstLERIN aniko nemeth

Im Zug oder in Cafés entstehen Zeichnungen von Menschen; im Atelier Malereien und Collagen, welche Anikó Németh Schicht um Schicht weiterentwickelt und so mit ihren Bildern auf eine kreative Reise geht. Die Künstlerin zeigt Werke ihres 20-jährigen Schaffens erstmals in der Galerie Höchhuus in Küsnacht.

Die Wahl des Titels „unterwegs“ der aktuellen Ausstellung in der Galerie Höchhuus in Küsnacht ist kein Zufall. Denn die Malerin Anikó Németh findet das Wort „unterwegs“ nicht nur für ihre Person, sondern auch für ihre Werke treffend: „Ich bin oft und gerne in Bewegung – sei es im Zug zu meiner Arbeit als Gestaltungslehrerin an der Schule in Zofingen, sei es in der Freizeit beim Joggen im Wald oder bei einem Marathon in den Bergen.“ „Unterwegs“ passe auch zu den vielen Orts- und Wohnungswechseln, die sie erlebt habe, oder zu ihrer Art des kreativen Schaffens. Beispielsweise, wenn unterwegs Skizzen in bloss zehn Minuten entstehen, oder wenn sie ein Werk über sieben Jahre hinweg Schicht um Schicht weiterbearbeite und so mit einem Werk über eine längere Periode hinweg auf Reisen gehe.

Schnelle Skizzen, Collagen mit langem Arbeitsprozess

So kommen die Ausstellungsbesucher in den Genuss ganz unterschiedlicher Arbeiten von Anikó Németh: Ihre kleinformatigen Zeichnungen zeigen Menschen, welche die Künstlerin mit schnellen Bleistift- oder Kugelschreiberstrichen im Zug, in Cafés, auf dem Sächsilüüteplatz oder im Sonnengarten in Küsnacht festgehalten hat. „Menschliche Körper und Gesichter faszinierten mich schon immer. Ich empfinde sie wie Landschaften, in denen man so viel entdecken kann“, erklärt die Malerin, die während eines Ausbildungsjahrs in Budapest ganz bewusst den Schwerpunkt auf figürliches Zeichnen und Aktmalerei gelegt hat. Akte sind denn auch in ihren neuesten Arbeiten „Körperlandschaften“ eingearbeitet. Für diese Werke hat sie Aktzeichnungen mit Ausschnitten aus Landschaften so aufeinandergeschichtet, dass der menschliche Körper und der Landschaftsausschnitt zu einem Ganzen verschmelzen. Bilder in Schichten finden sich auch in der dritten Serie der Künstlerin: Es sind grossformatige, ungegenständliche Strukturbilder, die in einem langen Schaffensprozess – zum Teil während mehrerer Jahre – entstanden sind. In ihnen finden sich verschiedene Materialien wie Zeichnungs- oder Schleifpapier oder Metallplatten, welche die Künstlerin mit selbst hergestellten Farben bemalt und Schicht um Schicht auf die bemalten Leinwände bringt. „Das Spielen mit Farbschichten und Materialverdichtungen ermöglichen einen spannenden Entstehungsprozess. Das Weglegen, Verdecken, Übermalen, Zeit verstreichen lassen und Abstand nehmen, bis eine Schicht und ein Trocknungsvorgang beendet sind, bringt immer wieder neue Überraschungen. Gut ersichtlich ist das beispielsweise bei Bildern, die eine Schicht aus Oxid enthalten und sich an der Luft zu einem Muster aus Rost entwickelt haben“, so die Künstlerin.

Mit Kunst und Handwerk aufgewachsen

In St. Gallen geboren, wuchs Anikó Németh inmitten von Modellbauten und Skizzen auf. Ihr Vater war Architekt und Modellbauer – heute arbeitet er bei Bühnenbildern und der Requisitengestaltung seines Sohnes mit – und die Mutter ist als Textildesignerin tätig. Beide stammen ursprünglich aus Ungarn. Nach der Matura absolvierte Anikó Németh den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule für Gestaltung und Kunst in St. Gallen. Nach einem Auslandjahr mit Studium an der Kunstakademie Budapest mit Ausbildungsschwerpunkt in Figur, Porträt und Aktzeichnen liess sie sich an der Hochschule der Künste Zürich in Kunstvermittlung ausbilden. Seit 1999 zeigt sie ihr künstlerisches Schaffen regelmässig an Ausstellungen. Seit 2004 unterrichtet sie zudem als Fachlehrerin für Bildnerisches Gestalten und Werken an der Oberstufe der Schule Zofingen und bietet seit 2010 in ihrem Atelier im Zürcher Seefeld Kinder- und Erwachsenenkurse in Kleingruppen an.

Eckdaten der Ausstellung von Anikó Németh in der Galerie Höchhuus in Küsnacht

  • Vernissage: Donnerstag 4. April 2019, 18.30 bis 21.00;
    Einführung durch Peer van Buul
  • Öffnungszeiten Ausstellung:
    Samstag/Sonntag, 6./7. April 2019 15.00 bis 18.00
    Sächsilüüte-Montag 8. April 2019 15.00 bis 18.00
    Samstag 13. April 2019 16.00 bis 18.00
    Sonntag 14. April 15.00 bis 18.00
  • Finissage: Donnerstag 18. April 2019, 18.30 bis 21.00
  • zusätzliche Besichtigungen auf Anfrage
  • Adresse: Galerie im Höchhuus Küsnacht, Seestrasse 123, 8700 Küsnacht

Weitere Informationen

  • Galerie im Höchhuus Küsnacht: www.kulturelle-vereinigung-kuesnacht.ch > Galerie im Höchhuus Küsnacht
  • www.art-aniko.ch
  • "Körperlandschaft", Papier auf Leinwand  
         

     

     

    "Weite", Mischtechniken mit Öl, Kreide und Grafitstift auf Karton und Holz, 2016. 110 x 80 cm

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Die Künstlerin
    Anikó Németh in ihrem Atelier "art-aniko".

     

     

     

 

 

 

Mehr zum Programm

Galerie im Höchhuus Küsnacht

 Galerie Höchhuus KüsnachtDie Galerie im Höchhuus bietet Kunstschaffenden aus der Region die Möglichkeit, in ihren historischen Räumen auszustellen. Ein ehrenamtlich wirkendes Team organisiert jährlich 4 – 6 Ausstellungen zeitgenössischer Malerei, Bildhauerei und Fotografie. Das Programm wird auf Grund von Werkproben der interessierten Künstlerinnen und Künstler zusammengestellt.

Das Höchhuus war ursprünglich ein Doppelwohnturm. Seine ältesten Teile datieren aus dem Jahr 1267. Nach 1515 erhielt es seine heutige Gestalt mit dem Aufbau des Riegelwerkes, dem Walmdach und dem seeseitigen Anbau. Ende der sechziger Jahre sollte es der Verkehrsplanung zum Opfer fallen. Zur Rettung des historischen Gebäudes formierte sich eine Stiftung, welche mit Hilfe von Bund, Kanton, Gemeinde und privaten Spendern das Haus renovierte und unter Schutz stellen liess. Die Gemeinde Küsnacht mietet das Höchhuus und stellt es für kulturelle Zwecke zur Verfügung.